Rechtschreibung ist ein Projekt von Dauer

Sonntag 25 Oktober 2015

Freie Schule Christophine: Schreiben lernen 2015Ohne Fehler kein Lernen. Die Marbacher Pädagogik sieht das Lernen der Schulkinder als Teil einer langwierigen Entwicklung. Im Offenen Unterricht an der Christophine haben wir beobachtet, dass Schulkinder ihr Kompetenzniveau nicht notwendigerweise in jeweils einem Schritt erhöhen. Vor allem bei der Rechtschreibleistung lässt sich gut erkennen, dass sich die Erkenntnis von orthografischen Phänomenen in komplexeren Zusammenhängen (msr – mäsa – mäser – Mäser – Meser – Messer) nicht mit einem Mal vollständig einstellt. Vielmehr sind eine Reihe unterschiedlicher Positionen festzustellen, an denen die Kinder auch mal eine Weile festhalten. Sie erproben dann eigene Vermutungen zur Rechtschreibung im Austausch mit anderen Lernpartnern. Dies ist nicht immer ein bewusster Vorgang. Sie wiederholen dann in vielen Fällen einzelne Schritte, die auch kulturgeschichtlich in der Entwicklung unserer Kulturtechniken nachweisbar sind.

Aus ihrem quasi hypothetischen Schreiben können die Schulkinder im Abgleich mit anderen schreibkritischen Auseinandersetzungen (eigene Texte, Gespräche, Rückmeldungen, Rechtschreiblehrgang etc.) innerhalb des Lerngeschehens ein Gespür für die orthographischen Konventionen unserer Zeit entwickeln. Diese Erfahrung kann Grundlage sein für eine lebenslange Auseinandersetzung mit Rechtschreibung. Dann muss man kritischen Anmerkungen zur Rechtschreibung nicht ausweichen und hält es auch aus, wenn man ab und an im Wörterbuch nachschlägt.

Übrigens: Wir suchen einen Kollegen oder eine Kollegin mit Freude an der Lernbegleitung der Schukinder im Offenen Unterricht der Christophine. >>> Stellenangebot

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