„Komm, wir tauschen das Matheheftle“

Mittwoch 11 Februar 2015

Freie Schule Christophine: Rechenhilfe

Immer wieder tauschen an der Christophine die Schulkinder ihre Arbeitsmaterialien. Hat man auf einer Seite noch seinen rechnerischen Spaß, dann kann auf der nächsten schon die Langeweile der mathematischen Etüde lauern. Das gilt für den selbst gesteckten Maßstab beim freien Mathematiktreiben und beim Erfinden und Erschleichen von Rechenwegen, aber eben auch ganz besonders für die Abfolge der Übungsbögen in den Lehrgängen der Schulbuchverlage. Deshalb tauschen die Schulkinder immer wieder gerne ihre Mathe-Übungsheftchen. Manche teilen sich brüderlich die Materialien, andere arbeiten sich tapfer ab an dem, was andere übrig gelassen haben.

Die Großen freuen sich an den putzigen Rechnungen mit dem einfachen Zehnerübergang, erholen sich dabei in den Niederungen der frühen Arithmetik. Die Jüngeren hingegen ziehen mutig ihr Los in der Quadratur des Hunderterfeldes und rechnen ab mit dem Vorurteil, das Einmaleins sei per se eine Zumutung. Sie stellen sich der Herausforderung mit den unterschiedlichsten Strategien. Manche setzen schon auf die Rechenkniffe, die die älteren Schulkinder den Erwachsenen abgetrotzt haben und schreiben die Ziffern im Stellenwertsystem der Kaufleute unter den Strich und den behaltenen Rest darüber. Andere spüren dem Dezimalsystem mit ihren Fingern nach, bis sie straucheln, und warten dann geduldig bis zum nächsten Mal. Wieder andere bauen sich eine Rechenhilfe mit dem, was ihnen vertraut ist. Mit Papier und Stift, Klötzen oder Plättchen. Sie schalten einen Gang runter und tun dazu, zählen zusammen, solange sie Geduld haben. Die Addition ist dann der lineare Rohstoff, auf dem sich eines Tages im Laufe der zweiten Klasse die Multiplikation wie eine arithmetische Ebene ins Tal der mathematischen Erkenntnis schiebt.

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